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Aus meiner Praxis
Wenn der eigene Wert verhandelbar bleibt
Eine Klientin, Ende vierzig, Mutter von zwei Kindern und seit neun Jahren in Deutschland, kam mit dem Anliegen zu mir, beruflich immer wieder an ähnliche Grenzen zu stoßen. Sie arbeitet freiberuflich als Architektin, lebt vor allem von Empfehlungen und beschreibt sich selbst als zuverlässig, geduldig und sehr engagiert. Gleichzeitig erlebt sie die Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden immer wieder als belastend. Absprachen verändern sich, Leistungen werden als selbstverstän
S LI
1. Juni
Die unsichtbare Arbeit des Weiterlebens
Eine Frau, kurz vor dem Eintritt in die Rente. Sie hat ihr Kind allein großgezogen – unter fordernden, teils sehr belastenden Bedingungen. Der Kontakt zwischen ihr und ihrem Kind war über viele Jahre intensiv, konflikthaft, aber auch von Fürsorge und Bindung geprägt. Heute kommt sie mit einem leisen, aber schwer tragenden Anliegen: Sie möchte lernen, mit der aktuellen Situation umzugehen. Denn der Kontakt zu ihrem Sohn besteht seit über drei Jahren nicht mehr. Ohne die Gründe
S LI
4. Mai
Wenn der Ruf über allem steht
Heute in meiner Praxis Ein 65-jähriger Vater kommt in meine Praxis. Seit acht Jahren lebt er mit seiner Familie in Deutschland. Sein Anliegen ist: Sein 19-jähriger Sohn soll „zur Vernunft kommen“. Der Sohn möchte KFZ Mechaniker werden. Für den Vater ist das kein Weg, der trägt. Zu wenig Ansehen. Zu wenig Sicherheit. Zu wenig Würde – zumindest in seinem inneren Erleben. Was sich zunächst wie ein Konflikt über Berufswahl zeigt, öffnet im Gespräch eine tiefere Ebene. Der Vater e
S LI
21. Apr.
Wenn Medizin mehr auslöst als Klarheit
Meine Klientin ist Ende 30, verheiratet und Mutter eines fünfjährigen Kindes. Seit etwa drei Jahren besteht der gemeinsame Wunsch nach einem weiteren Kind. Nachdem sich dieser Wunsch nicht erfüllte, ließ das Paar auf ärztlichen Rat hin umfangreiche medizinische Abklärungen durchführen. Im Verlauf der Diagnostik zeigte sich eine medizinische Ursache auf Seiten des Partners. In unseren Gesprächen wurde deutlich, dass dieser Befund über die ursprünglich intendierte Klärung hinau
S LI
21. Apr.
Vom Trauma zur *Selbstermächtigung
Heute in meiner Praxis Meine Klientin ist Anfang 40 und hat zwei Kinder. Eine Frau mit einer bewegten Biografie, mehreren bereits durchlaufenen Psychotherapien und einer Geschichte, die von frühen Verletzungen, Anpassung und innerem Überlebenswillen geprägt ist. Sie ist das dritte von sechs Kindern. Ihre Eltern kamen in den 1960er Jahren aus Syrien nach Deutschland. Ihre Mutter wünschte sich einen Sohn. Als drittes Mädchen war sie nicht das erhoffte Kind. In den ersten Lebens
S LI
13. März
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